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Das Bardo ist das Museum, für das sich ein Tag in Tunis auch dann lohnt, wenn du sonst kaum in Museen gehst. Der Grund liegt am Boden und an den Wänden: Mosaike, viele davon so groß wie ein Wohnzimmer, aus Villen, Thermen und Tempeln im ganzen Land. Sie zeigen Götter und Meerestiere, Jagden und Gastmähler, Landgüter, Sternzeichen und einen Dichter mit seinen Musen. Dazu kommen punische Stelen, numidische Inschriften, ein antikes Schiffswrack und Seiten aus mittelalterlichen Koranhandschriften. Diese Seite zeigt, wann das Bardo-Museum geöffnet ist, was der Eintritt kostet, wie du hinkommst und welche Räume du in zwei bis drei Stunden nicht auslassen solltest.
Was du sonst in der Hauptstadt planst, von der Medina bis zur Avenue Habib Bourguiba, steht bei Tunis.
Was das Bardo so besonders macht
Das Museum liegt in einem Palast der Beys aus dem 19. Jahrhundert, mit andalusisch-maurischen, osmanischen und italienischen Einflüssen. Schon das Gebäude ist ein Grund für den Besuch: hohe Säle, bemalte Holzdecken, Fliesen und Innenhöfe. Laut der tunesischen Denkmalbehörde wurde das Museum am 7. Mai 1888 als Musée Alaoui eröffnet, benannt nach Ali Bey III., und im März 1956, im Jahr der Unabhängigkeit, in Musée National du Bardo umbenannt. Bei der Renovierung von 2009 bis 2012 kam ein moderner Flügel dazu, die Ausstellungsfläche wuchs auf fast das Doppelte.
Die Sammlung reicht von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit und verteilt sich auf drei Ebenen. Berühmt ist das Bardo aber für seine römischen Mosaike. Tunesien war in der Antike eine der reichsten Provinzen Roms, und die Mosaikwerkstätten im heutigen Tunesien gehörten zu den besten des Reichs. Was in Karthago, Dougga, El Djem oder Sousse gefunden wurde, hängt heute zu einem großen Teil hier.
Öffnungszeiten und Eintritt
Laut der tunesischen Denkmalbehörde hat das Bardo diese Öffnungszeiten:
| Zeitraum | Öffnung |
|---|---|
| Winter | 9.30 bis 16.30 Uhr |
| Sommer | 9 bis 17 Uhr |
| Ramadan | 9.30 bis 16.30 Uhr |
| Montag | geschlossen |
Beim Eintritt hat sich 2026 viel geändert. Laut tunesischen Medien gilt seit dem 1. April 2026 für ausländische Besucher eine neue Preisstaffel, und das Bardo steht darin in der obersten Kategorie. Der Eintritt kostet seitdem 30 Dinar, ab Januar 2027 sind 45 Dinar angekündigt. Das Kombiticket mit Karthago kostet 45 Dinar, ab Januar 2027 sollen es 70 Dinar sein (Stand November 2026). Ältere Angaben im Netz mit deutlich niedrigeren Preisen sind überholt. Zahl am besten bar in Dinar.
Laut denselben Berichten ist der Eintritt an einigen Tagen frei, etwa am ersten Sonntag im Monat, an gesetzlichen Feiertagen, am 18. April und am 18. Mai. Ob das für ausländische Besucher genauso gilt, geht daraus nicht eindeutig hervor. Plane nicht damit, und rechne an diesen Tagen mit vollen Sälen.
Unser Rat: Komm zur Öffnung am Vormittag. Die Busgruppen aus Hammamet und Sousse erreichen Tunis meist erst gegen elf Uhr, und bis dahin hast du die großen Mosaiksäle fast für dich.
Anfahrt und Einlass
Zur Lage: Das Museum steht im Stadtteil Le Bardo, rund vier Kilometer westlich der Innenstadt. Du hast drei Möglichkeiten:
- Taxi: aus der Ville Nouvelle je nach Verkehr 15 bis 25 Minuten. Achte darauf, dass der Taxameter läuft.
- Métro léger: die Straßenbahn bis zur Haltestelle Le Bardo, danach ein kurzer Fußweg. Günstig, im Berufsverkehr aber sehr voll.
- Tour: Viele Tagesausflüge aus Hammamet und Sousse kombinieren das Bardo mit der Medina von Tunis oder mit Karthago. Bequem, aber die Zeit im Museum ist oft knapp.
Rechne am Eingang mit Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Große Rucksäcke lässt du besser im Hotel. Direkt neben dem Museum liegt das Parlament, das in einem Teil des alten Palastkomplexes untergebracht ist. Fotos von dieser Seite, von Wachposten und Sicherheitskräften sind tabu. Was du in Tunesien grundsätzlich fotografieren darfst, erklärt der Ratgeber Fotografieren im Orient.
Die Highlights
Laut Denkmalbehörde gliedert sich die Sammlung in mehrere Abteilungen. Die folgenden Räume solltest du nicht auslassen.
Mosaike
Gleich in der Eingangshalle empfängt dich der Triumph des Neptun, das Mosaik, das als Symbol des Museums gilt. In den Sälen dahinter folgen Mosaike zu Mythen, Jahreszeiten und Kalender, zum Leben am Meer und auf dem Land und zu den monotheistischen Religionen. Achte auf die Details: Fischer mit ihren Netzen, Jäger mit Hunden, Gastgeber beim Festmahl.
Eines der bekanntesten Stücke zeigt Odysseus, an den Mast seines Schiffs gebunden, während die Sirenen singen. Es stammt aus einem Wohnhaus in Dougga und passt gut zu einem Besuch dort, weil du danach die Häuser auf dem Hügel mit anderen Augen siehst.
Schatzabteilung
Die Schatzabteilung wurde laut Denkmalbehörde im März 2021 nach sechs Jahren Schließung wieder eröffnet. Hier hängt das Vergil-Mosaik: der römische Dichter mit einer Schriftrolle zwischen zwei Musen, gefunden in Sousse, dem antiken Hadrumetum. Dazu kommen das restaurierte Tierkreis-Mosaik aus Bir Chana mit den zwölf Sternzeichen und den sieben Wochentagen und römische Münzen aus Thysdrus, dem heutigen El Djem.
Das Wrack von Mahdia
Anfang des 20. Jahrhunderts fanden Schwammtaucher vor Mahdia ein antikes Schiff, das mit griechischen Kunstwerken beladen gesunken war. Die Funde aus hellenistischer Zeit, darunter Bronzefiguren, Marmor und Teile der Ladung, sind als „Schatz von Mahdia“ in einem eigenen Bereich ausgestellt. Für viele ist das die Überraschung des Besuchs.
Punische, numidische und islamische Zeit
Die punische Abteilung zeigt Weihgaben für Baal Hammon und Tanit, die Hauptgottheiten Karthagos. In der numidischen Abteilung geht es um Glauben, Religion und die libysche Schrift. Im Karthago-Saal und in den Zisternen des Palastes stehen Skulpturen und Sarkophage. Die islamische Abteilung zeigt laut Denkmalbehörde Seiten aus dem Blauen Koran und dem Hadhina-Koran sowie Keramik aus Raqqada bei Kairouan und aus Qallaline.
Ein Rundgang in zwei bis drei Stunden
Das Bardo ist groß, und die Beschilderung ist nicht überall eindeutig. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Eingangshalle mit dem Triumph des Neptun, dann die Abteilungen zur Vorgeschichte, zu den Numidern und zu Karthago im Erdgeschoss.
- Weiter zu den großen Mosaiksälen in den alten Palasträumen. Hier verbringst du die meiste Zeit.
- Die Schatzabteilung mit dem Vergil-Mosaik und dem Tierkreis.
- Das Wrack von Mahdia.
- Zum Schluss die islamische Abteilung, wenn du noch Energie hast.
Wer sich für Antike begeistert, braucht eher einen halben Tag. Ein Audioguide oder ein Führer hilft, weil viele Beschriftungen nur auf Französisch und Arabisch sind. Im Museum ist es auch im Sommer meist kühl, eine leichte Jacke schadet nicht.
Typischer Fehler: Bardo, Medina und Karthago an einem einzigen Tag abhaken wollen. Am Ende hetzt du durch alle drei. Leg das Bardo mit der Medina zusammen und Karthago mit Sidi Bou Said auf einen zweiten Tag.
Anschlag, Schließung und Wiedereröffnung
Im März 2015 griffen Bewaffnete das Museum an und töteten mehr als zwanzig Menschen, die meisten ausländische Besucher. Das Bardo öffnete nach kurzer Zeit wieder, die strengen Kontrollen am Eingang stammen aus dieser Zeit. Im Sommer 2021 wurde das Museum erneut geschlossen, im Zusammenhang mit der Aussetzung des benachbarten Parlaments, und erst im September 2023 wieder geöffnet. Seitdem ist es regulär zugänglich.
Für deinen Besuch heißt das: Kontrolle einplanen, Ausweis oder Passkopie dabeihaben und kurz vor dem Besuch die Öffnungszeiten prüfen, falls es an einem Feiertag oder bei besonderen Anlässen Änderungen gibt.
Bardo, Karthago und Dougga verbinden
Das Bardo ist das Archiv der antiken Stätten Tunesiens. Am meisten hast du davon, wenn du es mit den Orten verbindest, aus denen die Funde stammen. Mit dem Kombiticket liegt Karthago am nächsten, mit der Vorortbahn TGM in einer halben Stunde ab der Innenstadt. Dougga im Hinterland ist ein eigener Tagesausflug. Und wer nach Süden weiterfährt, steht in El Djem vor der Arena, aus deren Stadt die Münzen der Schatzabteilung stammen.
Wer Mosaike auch in anderen Ländern sehen will, findet in Jordanien bei Madaba und Berg Nebo die bekannten byzantinischen Kirchenmosaike.
Häufige Fragen
Ist das Bardo-Museum montags geöffnet?
Nein. Laut der tunesischen Denkmalbehörde ist das Museum am Montag geschlossen. An den übrigen Tagen öffnet es im Winter von 9.30 bis 16.30 Uhr und im Sommer von 9 bis 17 Uhr, im Ramadan gelten die Winterzeiten. Wer nur einen Tag in Tunis hat und dieser auf einen Montag fällt, legt Karthago und Sidi Bou Said auf diesen Tag und das Bardo auf einen anderen.
Was kostet das Kombiticket für Bardo und Karthago?
Laut tunesischen Medienberichten über die neue Preisverordnung kostet das Kombiticket für ausländische Besucher seit April 2026 45 Dinar, ab Januar 2027 sind 70 Dinar angekündigt. Einzeln zahlst du im Bardo derzeit 30 Dinar und in Karthago ungefähr 20 Dinar. Das Kombiticket lohnt sich also, wenn du beides besuchst. Prüf den aktuellen Betrag an der Kasse und nimm Bargeld mit (Stand November 2026).
Welche Mosaike im Bardo sollte man nicht verpassen?
Den Triumph des Neptun in der Eingangshalle, das Vergil-Mosaik mit den beiden Musen in der Schatzabteilung, das Tierkreis-Mosaik aus Bir Chana mit den zwölf Sternzeichen und den sieben Wochentagen sowie Odysseus vor den Sirenen, ein Fund aus Dougga. Dazu kommen die großen Bodenmosaike mit Jagdszenen, Meerestieren und Landgütern. Nimm dir für die Mosaiksäle mindestens eine Stunde.
Darf man im Bardo-Museum fotografieren?
Für private Fotos ohne Blitz in der Regel ja, frag aber an der Kasse, ob gerade eine Gebühr oder Einschränkung gilt. Drohnen sind in Tunesien ohnehin verboten. Draußen ist Vorsicht wichtiger: Neben dem Museum liegt das Parlament, und das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass Fotos von öffentlichen Gebäuden und Sicherheitskräften in Tunesien verboten sind. Fotografier deshalb nur drinnen und das Museumsgebäude selbst.




