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Zweimal im Jahr steht in der islamischen Welt für einige Tage vieles still, und gleichzeitig ist überall etwas los: Familien reisen, Straßen sind geschmückt, Konditoreien haben lange Schlangen. Diese Tage heißen Eid. Wer in dieser Zeit unterwegs ist, erlebt die Region von ihrer festlichen Seite, muss aber mit vollen Hotels und geschlossenen Läden rechnen. Diese Erklärung für Reisende zeigt dir die Bedeutung des Begriffs, die beiden Feste und was sie für deine Planung heißen. Eine Übersicht weiterer Feiertage und Festivals findest du bei Feste im Orient, alle anderen Stichworte im Orient-Glossar.
Was Eid bedeutet
Eid, arabisch ʿĪd, heißt schlicht Fest. Ausgesprochen wird es „Iid“, mit langem i und einem kurzen Kehllaut davor, den du als Reisender nicht nachmachen musst. Im religiösen Sinn meint das Wort vor allem zwei Feiertage, die zu den wichtigsten des Islam gehören. Beide richten sich nach dem Mondkalender und verschieben sich deshalb jedes Jahr um etwa elf Tage nach vorn. Der genaue Beginn hängt von der Sichtung der Mondsichel ab und wird erst kurz vorher bestätigt, teils mit einem Tag Unterschied zwischen den Ländern.
Die zwei großen Feste
| Fest | Bedeutung | Termin im Mondkalender | 2027, voraussichtlich | In der Türkei |
|---|---|---|---|---|
| Eid al-Fitr | Fest des Fastenbrechens nach dem Ramadan | 1. bis 3. Schawwal | um den 9. oder 10. März | Ramazan Bayramı, auch Zuckerfest |
| Eid al-Adha | Opferfest zur Zeit der Pilgerfahrt | 10. bis 12. Dhu l-Hiddscha | um Mitte Mai | Kurban Bayramı |
Eid al-Fitr beendet den Fastenmonat. In den VAE gelten laut Regierungsportal der 1. bis 3. Schawwal als Feiertage, und hat der Ramadan 30 Tage, ist auch der letzte Fastentag frei. Eid al-Adha erinnert an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn zu opfern, und fällt in die Tage der Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Am Tag davor, dem Arafat-Tag, stehen die Pilger auf dem Berg Arafat bei Mekka. Alle Daten für 2027 sind astronomische Vorausberechnungen, keine amtlichen Termine.
Wie gefeiert wird
Beide Feste beginnen am Morgen mit einem gemeinsamen Gebet kurz nach Sonnenaufgang, oft auf großen Plätzen oder in den größten Moscheen der Stadt. Danach geht es zu Familie und Freunden. Man trägt neue oder besonders schöne Kleidung, isst zusammen, Kinder bekommen Geld oder Süßigkeiten. Vor Eid al-Fitr wird Süßes in großen Mengen gekauft, in der Türkei etwa Baklava, in der Levante Ma'amoul.
Zum Opferfest schlachten Familien, die es sich leisten können, ein Schaf, eine Ziege oder ein Rind. Das Fleisch wird geteilt, ein Teil geht an Bedürftige. Im Oman wird an diesen Tagen traditionell Shuwa zubereitet, Fleisch, das lange in Erdöfen gart. Wie das abläuft, steht bei Essen im Oman.
Was Eid für deine Reise bedeutet
- Volle Hotels und Strände: Viele Familien aus der Region verreisen selbst. In Dubai, am Roten Meer, in Aqaba oder an der türkischen Küste steigen die Preise.
- Geschlossene Läden: Der Große Basar in Istanbul ist an den ersten Tagen beider Feste geschlossen, kleinere Geschäfte und Behörden machen oft mehrere Tage Pause.
- Voller Verkehr: Busse, Züge und Inlandsflüge sind vor und nach den Festtagen ausgebucht, in Marokko reisen zum Opferfest besonders viele zu ihren Familien.
- Festliche Stimmung: Feuerwerke, Aufführungen in Souks und Parks, geschmückte Straßen. Wer flexibel ist, erlebt eine besondere Zeit.
Beispiele aus mehreren Ländern
- Türkei: Zum Kurban Bayramı haben viele Menschen mehrere Tage frei, die Küstenorte von Antalya bis Bodrum sind dann von Inlandstouristen gut gefüllt. Der Dolmabahçe-Palast in Istanbul schließt am ersten Tag beider Feste.
- Katar: Im Souq Waqif in Doha gibt es an den Festtagen oft Aufführungen, und abends sind Souq und Corniche voller Familien.
- VAE: Rund um Eid al-Fitr reisen viele Familien aus den Nachbarländern nach Dubai, die Hotels sind voll und teurer.
- Ägypten: An beiden Festen reisen viele Ägypter ans Meer oder zu ihren Familien, Züge und Hotels am Roten Meer sind ausgebucht.
- Saudi-Arabien: Eid al-Adha fällt mit dem Höhepunkt der Pilgerfahrt zusammen. Mekka ist für Nichtmuslime ohnehin gesperrt, aber auch im übrigen Land sind Inlandsflüge und Hotels in diesen Tagen knapp.
Was du als Reisender davon hast
Wenn du die beiden Feste im Kalender hast, kannst du entscheiden: meiden oder bewusst mitnehmen. Wer nur eine Woche hat und viele Sehenswürdigkeiten sehen will, verschiebt die Reise lieber um ein paar Tage. Wer die Region festlich erleben will, bucht früh, plant Puffer für Transfers ein und wünscht unterwegs „Eid Mubarak“. Ein kleines Geschenk für Kinder von Gastgebern, etwa Süßigkeiten, kommt an diesen Tagen besonders gut an.
Abgrenzung zu ähnlichen Wörtern
Auf Deutsch hat Eid eine ganz andere Bedeutung: den Schwur vor Gericht oder im Amt. Mit dem arabischen Wort hat das nichts zu tun, die Ähnlichkeit ist Zufall. Auch der Geburtstag des Propheten, in vielen Ländern ein Feiertag, wird nicht als eines der beiden großen Eid-Feste gezählt. Und Iftar ist das tägliche Fastenbrechen im Ramadan, nicht das Fest am Ende.
Häufige Fragen
Was heißt „Eid Mubarak“ auf Deutsch übersetzt?
„Eid Mubarak“ bedeutet ungefähr „gesegnetes Fest“. Es ist der übliche Gruß zu beiden großen Festen, ähnlich wie bei uns „frohe Weihnachten“. Als Reisender kannst du ihn ohne Weiteres verwenden, an der Rezeption, beim Fahrer oder im Laden, und du bekommst meist ein strahlendes „Eid Mubarak“ zurück. In der Türkei sagt man eher „İyi bayramlar“.
Was ist Eid bei Muslimen und wie wird es gefeiert?
Eid ist bei Muslimen ein religiöses Fest, das mit einem gemeinsamen Gebet am Morgen kurz nach Sonnenaufgang beginnt. Danach besuchen sich Familien, tragen neue oder besonders schöne Kleidung, essen zusammen und beschenken Kinder, oft mit Geld. Zum Opferfest wird außerdem ein Tier geschlachtet, das Fleisch teilt man mit Verwandten, Nachbarn und Bedürftigen.
Haben Sehenswürdigkeiten in Istanbul und Kairo an Eid geöffnet?
Die meisten ja, aber nicht alle. Der Große Basar in Istanbul ist an den ersten Tagen beider Feste geschlossen, der Dolmabahçe-Palast am ersten Festtag. Behörden und viele kleinere Geschäfte machen mehrere Tage Pause. Große Museen und archäologische Stätten bleiben meist offen, sind dann aber voller, weil viele Einheimische frei haben. Prüf die Zeiten kurz vorher auf den offiziellen Seiten.

