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Wer zum ersten Mal nach Ägypten reist, erlebt die ersten zwei Tage oft als anstrengend: Händler sprechen dich an, Taxifahrer nennen Fantasiepreise, und jede Hilfe hat einen Preis. Nach drei Tagen kennst du die Regeln und genießt das Land. Diese Ägypten Reisetipps verkürzen die Eingewöhnung. Sie sortieren, was beim Geld, bei Kleidung, Verhalten, Taxis, Fotos und Gesundheit wirklich zählt. Alles zu Trinkgeldern steht auf einer eigenen Seite, den Überblick über Regionen und Reiseformen findest du in der Ägypten Zentrale.
Geld: Pfund, Karte und Bargeld
Bezahlt wird in Ägyptischen Pfund (EGP). Der Kurs schwankt stark, Ende Oktober 2026 bekamst du rund 62 EGP für einen Euro. Viele Preise wirken deshalb niedrig, Eintritte und Touristentarife sind es nicht.
Kreditkarten werden laut Auswärtigem Amt in touristischen Hotels und Restaurants meist akzeptiert. An Geldautomaten bekommst du mit der Kreditkarte Bargeld, die Girocard funktioniert oft nur an Automaten von Banken. Es gibt ein tägliches Limit. Im Alltag brauchst du trotzdem Bargeld: für Taxis, Kioske, Toiletten, Wasser und die vielen kleinen Trinkgelder. Lass dir am Automaten oder in der Bank auch kleine Scheine geben, große Noten kann dir im Dorf niemand wechseln.
Viele Anbieter nennen Preise in Euro oder US-Dollar, etwa Touren, Tauchbasen und Fahrer. Frag vorher, in welcher Währung du zahlst, und rechne nach. Das Thema Trinkgeld ist so groß, dass es eine eigene Seite hat: Trinkgeld in Ägypten. Was eine Reise insgesamt kostet, steht auf der Seite zu den Kosten für Ägypten.
Kleidung: zwischen Badeort und Dorf
In den Hotelanlagen am Roten Meer siehst du Badekleidung, Shorts und Tops. Sobald du die Anlage verlässt, ändert sich das. In Kairo, Luxor, Assuan und erst recht in Dörfern trägt man Schultern und Knie bedeckt, und das gilt für Männer wie Frauen. Weite, lange Kleidung aus Baumwolle oder Leinen ist bei Hitze ohnehin angenehmer und schützt vor Sonne.
Für eine Moschee gilt zusätzlich: Schuhe aus, Frauen bedecken die Haare mit einem Tuch, Männer tragen lange Hosen. Viele große Moscheen in Kairo verleihen Umhänge. Mehr zu Kleidung in allen zehn Ländern steht beim Ratgeber Kleidung im Orient, Hinweise für Frauen ohne Begleitung bei Frauen allein im Orient.
Verhalten: was dich überrascht
Ägypten ist gastfreundlich und gesprächig. Wer dich fragt, woher du kommst, will oft wirklich plaudern, manchmal aber auch in einen Laden führen. Beides ist normal. Ein freundliches „La, shukran“ (nein, danke) und Weitergehen beendet fast jedes Gespräch.
- Freitag ist der wichtigste Gebetstag. Zur Mittagszeit sind Moscheen voll, manche Läden machen später auf.
- Im Ramadan isst, trinkst und rauchst du tagsüber in der Öffentlichkeit aus Rücksicht nicht demonstrativ. Hotels und touristische Restaurants servieren normal.
- Alkohol gibt es in Hotels, auf Schiffen und in lizenzierten Restaurants. Betrunken in der Öffentlichkeit aufzufallen ist ein Tabu.
- Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit wirken befremdlich, Händchenhalten ist meist in Ordnung.
- Kritik an Staat, Präsident oder Sicherheitskräften kann laut Auswärtigem Amt strafrechtlich verfolgt werden, auch in sozialen Netzwerken.
- Drogen werden hart bestraft, auch kleinste Mengen.
Gut zu wissen: Unterschreib nichts auf Arabisch, das du nicht verstehst, auch nicht bei der Polizei. Das Auswärtige Amt rät, im Fall einer Festnahme aktiv zu verlangen, dass die deutsche Botschaft informiert wird.
Taxi, Händler und typische Tricks
In Kairo, Alexandria und den Badeorten bestellst du am besten per App mit Festpreis vor Fahrtbeginn. Das empfiehlt auch das Auswärtige Amt. Bei normalen Taxis gilt: Taxameter einschalten lassen oder den Preis vor dem Einsteigen vereinbaren und erst nach dem Aussteigen durch das Fenster bezahlen. Wie du zwischen den Städten vorankommst, erklärt der Vergleich Unterwegs in Ägypten.
Auf Märkten und an den Stätten wird gehandelt. Der erste Preis ist ein Startpunkt, kein Angebot. Bleib freundlich, nenn deinen Preis und geh, wenn es nicht passt. Oft kommt das bessere Angebot, wenn du schon drei Schritte weiter bist. Mehr zum Feilschen steht beim Ratgeber Handeln im Souk.
Ein paar Maschen begegnen dir fast überall:
- „Das Museum hat heute zu, ich zeige dir etwas anderes.“ Fast nie wahr. Geh zum Eingang und prüf selbst.
- Der Kamelritt in Gizeh, der günstig beginnt und beim Absteigen teuer wird. Preis, Dauer und Strecke vorher klären und erst nach dem Ritt zahlen.
- Das Geschenk, das kein Geschenk ist: ein Armband oder Tuch, das man dir umlegt. Gib es sofort zurück.
- Der Helfer an der Grabkammer, der eine verbotene Ecke zeigt oder ein Foto erlaubt. Ablehnen.
Fotografieren: was erlaubt ist und was nicht
An den Stätten und auf der Straße kannst du fast überall fotografieren. Drei Ausnahmen sind ernst. Militär, Polizei, Gefängnisse und ihr Personal fotografierst du nicht, sonst drohen laut Auswärtigem Amt Beschlagnahme der Kamera und Festnahme. Drohnen sind ohne Genehmigung verboten und werden schon am Flughafen eingezogen. Und Posen an Kulturstätten, die als respektlos gelten, können ebenfalls zur Festnahme führen.
Menschen fragst du vorher, besonders Frauen und Kinder. Manche erwarten danach ein kleines Trinkgeld. In Gräbern und Museen gelten eigene Regeln, die sich ändern, also achte auf die Schilder am Eingang. Für die Pyramiden lohnt der frühe Morgen, wie es die Seite zu den Pyramiden von Gizeh beschreibt. Allgemeine Regeln für die Region stehen bei Fotografieren im Orient.
Gesundheit: Wasser, Hitze und Mücken
Leitungswasser trinkst du nicht, und das Auswärtige Amt rät, auch zum Zähneputzen Trinkwasser zu nehmen. Kauf Flaschenwasser mit intaktem Verschluss, Sprudel ist leichter als ungeöffnet zu erkennen. Bei Eiswürfeln, rohem Gemüse, Salat und ungeschältem Obst bist du außerhalb guter Hotels besser vorsichtig. Welche Gerichte unbedenklich sind, steht bei Essen in Ägypten.
Im Nil und in Kanälen badest du nicht, wegen der Bilharziose, einer Wurmerkrankung aus Süßwasser. Am Roten Meer gibt es laut Auswärtigem Amt Dengue, die Mücken stechen tagsüber, also hilft Mückenschutz auch am Nachmittag. Die medizinische Versorgung ist in Kairo ausreichend, außerhalb oft nicht auf europäischem Niveau. Kliniken verlangen häufig Vorkasse. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist deshalb Pflicht.
Kleine Dinge, die helfen
- Steckdosen haben 220 Volt und meist die europäischen Stecker, ein Adapter ist selten nötig.
- Ägypten ist meist eine Stunde später als Deutschland, weil beide Länder Sommerzeit haben, mit wenigen Tagen Abweichung im Frühjahr und Herbst.
- Eine lokale SIM-Karte oder eSIM bekommst du am Flughafen und in Shops der großen Anbieter. Dafür brauchst du deinen Pass.
- Notrufnummern: Touristenpolizei 126, Polizei 122. Speichere sie vor der Reise.
- Meide Demonstrationen und größere Menschenansammlungen, besonders nach dem Freitagsgebet.
Häufige Fragen
Was muss man in Ägypten beachten?
Vier Dinge machen den größten Unterschied: Preise immer vor der Leistung vereinbaren, Leitungswasser meiden, Militär und Polizei nicht fotografieren und in Städten Schultern und Knie bedecken. Dazu kommt Geduld. Vieles dauert länger, und wer freundlich und bestimmt bleibt, kommt weiter als mit Ärger. Mit kleinen Scheinen in der Tasche lösen sich viele Situationen von selbst.
Kann man in Ägypten mit Euro bezahlen?
Manchmal, aber selten zu einem guten Kurs. Hotels, Tauchbasen und manche Touranbieter nennen Preise in Euro oder US-Dollar. Im Alltag, auf Märkten, in Taxis und an Kiosken zahlst du in Ägyptischen Pfund. Euro-Münzen kann niemand wechseln, sie sind als Trinkgeld deshalb wertlos. Hebe Pfund am Automaten ab oder tausche in einer Bank.
Kann man als Frau allein durch Ägypten reisen?
Ja, viele tun das. Rechne aber damit, dass du angesprochen wirst, auf Märkten und in Touristengebieten oft mehr als dir lieb ist. Lange, weite Kleidung, ein bestimmtes Nein und Taxis per App helfen. Das Auswärtige Amt rät alleinreisenden Frauen, nachts außerhalb der Touristenzonen in Großstädten nicht zu Fuß zu gehen und im Sammeltaxi nicht als letzter Fahrgast zu sitzen.
Ist Ägypten gerade gefährlich?
Das Auswärtige Amt bezeichnet die Lage insgesamt als stabil und ruhig, warnt aber vor Reisen in den Norden des Sinai, das Grenzgebiet zu Israel außer Taba und entlegene Wüstengebiete (Stand 5. November 2026). Ein landesweites Terrorrisiko besteht laut Amt fort, und Demonstrationen sollte man meiden. Die Kriminalität ist vergleichsweise niedrig, Taschendiebstahl in Städten und Betrug bei Taxis kommen vor.




