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Was kostet Tunesien? Die Antwort hängt stärker als in anderen Ländern davon ab, wie du reist. Wer pauschal mit All-inclusive bucht, zahlt den Großteil vorher und braucht vor Ort wenig. Wer individuell unterwegs ist, erlebt eines der günstigsten Länder am Mittelmeer, solange er Louage fährt und dort isst, wo Tunesier essen. Die Preise und das Budget unten sind Orientierungswerte mit Stand November 2026, gerechnet mit rund 3,4 Dinar für einen Euro, wie ihn die tunesische Zentralbank im Oktober 2026 veröffentlicht hat.
Tagesbudget: drei Reisestile im Vergleich
| Posten pro Person und Tag | Sparsam | Mittel | Komfort |
|---|---|---|---|
| Unterkunft (halbes Doppelzimmer) | 40 bis 70 TND | 120 bis 200 TND | ab 350 TND |
| Essen und Getränke | 30 bis 50 TND | 70 bis 120 TND | ab 150 TND |
| Verkehr | 10 bis 30 TND (Louage, Bahn) | 60 bis 120 TND (Mietwagen anteilig) | Fahrer oder Tour |
| Eintritte und Ausflüge | 10 bis 30 TND | 30 bis 60 TND | ab 100 TND |
| Summe ungefähr | 120 bis 170 TND, ca. 35 bis 50 € | 280 bis 400 TND, ca. 80 bis 120 € | ab 650 TND, ca. 190 € |
Die Spanne ist groß, weil die Saison stark durchschlägt. Im Juli und August kosten Hotels an der Küste oft das Doppelte des Winterpreises, in der Wüste ist es umgekehrt. Am günstigsten reist du im Mai, Juni und von Mitte September bis Oktober, wenn das Wetter trotzdem gut ist. Die Monate vergleicht die Seite beste Reisezeit für Tunesien.
Pauschal oder individuell?
Für einen Badeurlaub ist die Pauschalreise in Tunesien fast immer günstiger als Flug und Hotel einzeln. Die großen Anlagen an der Küste kaufen Kontingente über Reiseveranstalter, und Charterflüge nach Djerba, Enfidha oder Monastir gibt es vor allem in diesen Paketen. Individuell lohnt sich vor allem für Rundreisen, Städtereisen nach Tunis und für alle, die in kleinen Gästehäusern wohnen wollen.
| Pauschal am Strand | Individuell | |
|---|---|---|
| Vorteil | Flug, Transfer, Hotel und Essen in einem Preis | freie Route, günstiges Essen, Gästehäuser |
| Nachteil | Ausflüge über das Hotel teuer, wenig Kontakt zum Land | Linienflüge oft teurer, mehr Planung |
| Gut für | Familien, eine Woche Erholung | Rundreise, Tunis, Kultur |
| Vor Ort brauchst du | Ausflüge, Trinkgeld, Souvenirs | alles außer Flug |
Welche Hotelarten es gibt und wo sie liegen, steht bei den Hotels in Tunesien.
Was die Dinge vor Ort kosten
Ungefähre Preise mit Stand November 2026. Sie schwanken zwischen Badeort und Kleinstadt deutlich, in Hotelnähe zahlst du mehr.
| Was | Preis ungefähr |
|---|---|
| Espresso oder Tee im einfachen Café | 1,5 bis 4 TND |
| Flasche Wasser 1,5 Liter im Laden | um 1 TND |
| Fricassé, Sandwich oder Lablabi | 3 bis 8 TND |
| Einfaches Mittagessen | 15 bis 30 TND |
| Abendessen mit Fisch im Restaurant | 50 bis 100 TND |
| Bier im Hotel oder lizenzierten Lokal | 8 bis 15 TND |
| Kurze Taxifahrt in der Stadt mit Taxameter | 3 bis 10 TND |
| Louage zwischen benachbarten Städten | meist einstelliger bis niedriger zweistelliger Betrag |
Bei den Eintritten hat sich 2026 viel getan. Seit dem 1. April 2026 gelten für ausländische Besucher neue Preise nach Kategorien, laut tunesischer Presse auf Grundlage eines Erlasses im Amtsblatt. Die oberste Kategorie kostet 30 Dinar, die folgenden 20, 10, 8 und 5 Dinar. Das Kombiticket für Bardo-Museum und Karthago kostet 45 Dinar. Zum 1. Januar 2027 steigen die beiden oberen Kategorien auf 45 und 30 Dinar, das Kombiticket auf 70 Dinar. Prüf an der Kasse, was gerade gilt, und nimm Bargeld mit.
Typischer Fehler: Euro-Bargeld für den ganzen Urlaub mitnehmen und im Hotel tauschen. Der Kurs ist dort oft schlechter als am Automaten oder in der Bank, und Dinar darfst du nicht ausführen. Tausch lieber in kleineren Beträgen und heb die Quittungen für den Rücktausch auf.
Kostenfallen und wie du sie vermeidest
- Ausflüge über das Hotel: bequem, aber oft deutlich teurer als bei Anbietern im Ort. Vergleich vorher und frag, was im Preis enthalten ist, besonders Eintritte und Essen.
- Taxi ohne Taxameter: Bestehe auf dem eingeschalteten Zähler. Am Flughafen und vor großen Hotels wird gern ein Festpreis genannt, der weit darüber liegt.
- Fisch nach Gewicht: Lass dir Preis pro Kilo und Gewicht vor dem Grillen sagen.
- Fotos mit Kamelen, Falken oder verkleideten Kindern an Ausflugszielen: Die Bitte um Geld kommt danach. Wenn du ein Foto willst, kläre den Preis vorher.
- Teppiche und Kunsthandwerk: Wer ohne Vergleich kauft, zahlt viel. Schau in einem Laden mit festen Preisen, was Qualität kostet, und handle dann im Souk. Wie das geht, steht im Glossar unter Feilschen.
- Wüstencamps: Die Spanne reicht vom einfachen Zelt bis zum Luxuscamp. Lass dir sagen, ob Transfer, Abendessen und Kamelritt enthalten sind.
Zwei Posten unterschätzen viele. Erstens der Transfer: Bei Pauschalreisen ist er meist inklusive, individuell zahlst du das Taxi selbst, und vom Flughafen Enfidha liegen Hammamet und Sousse jeweils ungefähr 40 bis 60 Kilometer entfernt. Frag vorher nach dem Preis oder bestehe auf dem Taxameter. Zweitens die Wüste: Eine organisierte Zwei-Tage-Tour mit Übernachtung im Camp ist oft der teuerste Einzelposten der ganzen Reise, vor allem ab Hotel gebucht. Rechne sie gleich mit ein, statt sie vor Ort aus dem Tagesbudget zu nehmen.
Trinkgeld ist kein großer Posten, gehört aber ins Budget. Im Restaurant rundest du auf oder gibst etwa zehn Prozent, für Zimmerpersonal und Fahrer ein paar Dinar. Was als Bakschisch üblich ist, erklären die Reisetipps für Tunesien genauer.
Spartipps: so sparst du, ohne zu verzichten
Die größten Hebel sind Reisezeit und Verpflegung. Wer im Juni oder Oktober statt im August fährt, spart bei Pauschalreisen oft ein Drittel und mehr. Wer Halbpension statt All-inclusive bucht und mittags in einer Garküche isst, isst besser und zahlt weniger.
Für Rundreisen gilt: Louages sind die günstigste Art, zwischen den Städten zu fahren, und schneller als der Bus. Für die Strecke an der Küste ist der Zug bequem. Einen Mietwagen teilst du dir am besten mit zwei bis drei Personen. Die Sahara-Tour buchst du in Douz oder auf Djerba direkt bei einem registrierten Veranstalter, nicht beim Mann am Strand, denn Touren ohne Organisation fallen unter das Abraten des Auswärtigen Amts. Die passende Route steht bei der Rundreise durch Tunesien.
Und schließlich: Vieles kostet gar nichts. Durch die Medinas von Tunis, Sousse und Hammamet zu laufen, den Hafen von Sidi Bou Said anzuschauen oder am Abend an der Corniche zu sitzen, ist gratis. Wer Tunesien mit anderen günstigen Zielen vergleichen will, findet bei günstige Orient-Ziele eine Übersicht, und unter Kosten in Marokko das Preisniveau im Westen des Maghreb. Den Gesamtüberblick über das Land gibt Tunesien Urlaub.
Häufige Fragen
Wie viel Geld braucht man für eine Woche Tunesien?
Bei einer Pauschalreise mit All-inclusive brauchst du vor Ort vor allem Geld für Ausflüge, Trinkgeld und Souvenirs, für eine Woche reichen dann oft 150 bis 300 Euro pro Person. Individuell rechnest du mit 250 bis 350 Euro pro Woche, wenn du sparsam reist, und mit 550 bis 850 Euro bei Mittelklassehotel, Mietwagen und Restaurant. Eine organisierte Sahara-Tour kommt jeweils dazu.
Ist Tunesien ein günstiges Reiseland?
Im Vergleich zu Spanien, Italien oder Griechenland ja, vor allem bei Essen, Verkehr und Unterkunft außerhalb der großen Anlagen. Ein Kaffee kostet im Café selten mehr als ein Euro, ein einfaches Mittagessen wenige Euro. Teurer als erwartet sind Eintritte an den großen Stätten, die seit April 2026 deutlich angehoben wurden, sowie Alkohol und Ausflüge, die über das Hotel gebucht werden.
Was kostet Essen im Restaurant in Tunesien?
In einer Garküche bekommst du Lablabi, Fricassé oder ein Sandwich für wenige Dinar. Ein einfaches Mittagessen mit Couscous oder Ojja liegt ungefähr zwischen 15 und 30 Dinar, also etwa 5 bis 9 Euro. Ein Abendessen mit gegrilltem Fisch und Vorspeisen in einem guten Restaurant kostet oft 50 bis 100 Dinar pro Person, mit Wein deutlich mehr. Fisch wird oft nach Gewicht berechnet.
Lohnt sich All-inclusive in Tunesien?
Wenn du vor allem am Strand bleibst und abends im Hotel Bier oder Wein trinkst, oft ja, weil Alkohol außerhalb des Hotels umständlich zu bekommen ist. Wenn du viel unterwegs bist und gern isst, eher nicht. Die Küche in Garküchen und Restaurants ist besser und günstiger als das Buffet, und Halbpension lässt dir dafür Platz.



