Das Sumela-Kloster klebt an einer steilen Felswand über bewaldeten Berghängen im Altındere-Tal bei Trabzon.

Sehenswürdigkeit · Türkei

Sumela-Kloster bei Trabzon: Felsenkloster am Schwarzen Meer

Das Sumela-Kloster klebt auf rund 1.200 Metern Höhe in einer Felswand über dem Altındere-Tal, etwa eine Autostunde südlich von Trabzon. Für den Besuch planst du mit Anfahrt einen halben Tag ein, am besten früh am Morgen und an einem Wochentag. Nach mehreren Schließungen für Sicherungsarbeiten seit 2015 ist das Kloster wieder zugänglich, prüf aber vor der Fahrt den aktuellen Stand beim Kulturministerium.

Aktueller Hinweis zu Sumela-Kloster bei Trabzon: Für die Grenzgebiete zu Syrien und Irak rät das Auswärtige Amt von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen ab. Für die übrigen Landesteile gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 20. Oktober 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageAltındere-Tal, Bezirk Maçka, etwa 45 bis 50 km südlich von Trabzon
Höherund 1.200 m, in die Felswand gebaut
Zeitbedarf1,5 bis 2 Stunden vor Ort, mit Anfahrt ein halber Tag
Eintrittstaatliche Stätte, Preise für Ausländer in Euro (Stand bei muze.gov.tr)
AnreiseFlughafen Trabzon, dann Auto, Minibus oder Tour
Beste ZeitMai bis Oktober, früh am Morgen
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Wer das erste Foto vom Sumela-Kloster sieht, fragt sich, wie man so etwas bauen konnte. Die Gebäude hängen unter einem Felsüberhang in einer senkrechten Wand, darunter fällt der Hang hunderte Meter tief ins bewaldete Tal. An vielen Tagen ziehen Nebelschwaden unter dem Kloster hindurch. Das Felsenkloster am Schwarzen Meer gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Türkei, liegt aber weit weg von den üblichen Routen. Diese Seite zeigt, wie du hinkommst, was dich erwartet und für wen sich die lange Anreise lohnt.

Sumela liegt im Altındere-Tal im Bezirk Maçka, in den Pontischen Bergen hinter der Stadt Trabzon. Die Region ist grün, regenreich und ganz anders als die Ägäis oder Kappadokien. Für den Vergleich mit den bekannteren Zielen hilft die Auswahl der Türkei Sehenswürdigkeiten, für die Planung im ganzen Land der Überblick zum Türkei Urlaub.

Geschichte: vom Mönchskloster zur Besucherstätte

Nach der Überlieferung, die auch die UNESCO in ihrer Vorschlagsliste wiedergibt, begannen ein Mönch namens Barnabas aus Athen und sein Neffe Sophronios im Jahr 385, die ersten zwei Räume in den Felsen zu bauen. Der Legende nach brachten sie eine Ikone der Gottesmutter mit, die der Evangelist Lukas gemalt haben soll. Daher stammt die Widmung an Maria. Der Name wird meist auf den Berg Mela zurückgeführt, an dessen Wand das Kloster steht.

Laut UNESCO ließ Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert das Kloster erweitern, um 650 wurde es geplündert und niedergebrannt. Unter den Komnenen, die von Trabzon aus das Kaiserreich Trapezunt regierten, wurde es wieder aufgebaut. Seine größte Bedeutung hatte es unter den Kaisern Alexios III. und Michael I., als es 72 Räume und eine reiche Bibliothek besaß. Auch unter den Osmanen bestand es weiter und wurde bis ins 19. Jahrhundert ausgebaut. Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei verließen die Mönche das Kloster 1923.

Seit Jahrzehnten ist Sumela eine staatliche Besucherstätte. Am 15. August, dem orthodoxen Fest Mariä Entschlafung, wurde in vielen Jahren seit 2010 mit Genehmigung ein Gottesdienst gefeiert, zu dem Gläubige aus Griechenland und anderen Ländern anreisen. Ob und wann er stattfindet, wird jedes Jahr neu entschieden.

Was du im Kloster siehst

Durch ein Tor oberhalb einer langen Treppe kommst du in den Innenhof. Rechts und links liegen die Gebäudeteile, die teils wieder aufgebaut wurden: Wohntrakte der Mönche, eine Küche, ein Gästehaus und Wasserleitungen, die einst aus dem Fels gespeist wurden. Im Zentrum steht die Felsenkirche, eine Höhle, die zur Kirche ausgebaut wurde. Ihre Wände sind innen und außen mit Fresken bemalt: Szenen aus dem Leben Marias und Christi, Heilige und Propheten in kräftigen Farben.

Viele Gesichter auf den Fresken sind zerkratzt, Besucher haben über Jahrzehnte Namen und Daten hineingeritzt. Ein Teil der Malereien ist dadurch stark beschädigt. Bei den Sicherungsarbeiten der letzten Jahre kamen außerdem Räume und ein Tunnel zum Vorschein, die vorher nicht zugänglich waren und heute teils besichtigt werden können.

Gut zu wissen: Die Fresken sind empfindlich. Fotografieren ohne Blitz ist üblich, Anfassen nicht. Zur Kirche gehören enge Durchgänge und Stufen, mit Kinderwagen oder Rollstuhl ist der Besuch nur eingeschränkt möglich.

Für den Rundgang reichen eine bis eineinhalb Stunden. Wer sich Zeit für Fresken und Aussicht nimmt und den Weg hinauf zu Fuß geht, plant zwei Stunden.

Anfahrt von Trabzon und durch das Tal

Trabzon hat einen Flughafen mit Verbindungen nach Istanbul und Ankara, der Flug ab Istanbul dauert ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden. Vom Stadtzentrum fährst du nach Süden über Maçka ins Altındere-Tal. Laut UNESCO liegt das Kloster 17 Kilometer südöstlich von Maçka, von Trabzon sind es insgesamt etwa 45 bis 50 Kilometer, mit dem Auto rund eine Stunde.

Du hast drei Möglichkeiten:

Anfahrt Dauer ab Trabzon Vorteil Nachteil
Mietwagen etwa 1 Stunde frei in der Zeit, gut mit Uzungöl kombinierbar kurvige Straße im Tal, am Wochenende Stau
Minibus oder Dolmuş etwa 1 bis 1,5 Stunden günstig feste Abfahrten, Rückfahrt abstimmen
Organisierte Tour halber oder ganzer Tag bequem, oft mit Uzungöl feste Zeiten, Gruppen

Im Tal liegt ein Nationalpark, für den eine eigene Zufahrtsgebühr fällig werden kann. Vom Parkplatz unten führt ein steiler Weg oder Zubringer zum Eingang, danach geht es über Treppen hinauf zum Kloster. Feste Schuhe sind sinnvoller als Sandalen, die Steine sind oft feucht. Was du beim Fahren auf Bergstraßen beachten solltest, steht im Ratgeber Mietwagen in der Türkei.

Eintritt und Öffnungszeiten: was du vorher prüfst

Das Kloster wird vom Kulturministerium verwaltet. Ausländische Besucher zahlen wie an anderen staatlichen Stätten einen Eintritt in Euro, den aktuellen Preis zeigt muze.gov.tr (Stand November 2026). Feste Preise nennen wir hier nicht, weil sie meist einmal im Jahr angepasst werden. Wer mehrere staatliche Stätten in der Türkei besucht, prüft, ob sich der landesweite MuseumPass rechnet.

Die Öffnungszeiten folgen dem Muster der staatlichen Museen: im Sommer länger, im Winter kürzer, die Kasse schließt vor dem Ende des Besuchstages. Wichtiger als die Uhrzeit ist die Frage, ob das Kloster überhaupt offen ist. Wegen Steinschlaggefahr wurde Sumela im September 2015 geschlossen und schrittweise gesichert. Seitdem war es mehrfach zu, zuletzt laut Presseberichten für Arbeiten am Fels über dem Eingang im Winter 2021 auf 2022. 2025 kamen nach türkischen Medienberichten mehr als eine halbe Million Besucher.

Typischer Fehler: Die weite Anreise planen, ohne kurz vorher den Stand zu prüfen. Sperrungen wegen Wetter, Arbeiten oder Steinschlag kommen vor. Schau ein bis zwei Tage vorher auf muze.gov.tr nach oder frag in deiner Unterkunft in Trabzon.

Am vollsten ist es an Wochenenden, an türkischen Feiertagen und im Juli und August, dann bilden sich am Eingang lange Schlangen. Unter der Woche zur Öffnung hast du die Treppen und den Hof mit wenigen anderen.

Klima und beste Reisezeit

Die Schwarzmeerküste ist die feuchteste Region der Türkei. Im Altındere-Tal regnet es oft, auch im Sommer, und Nebel ist eher die Regel als die Ausnahme. Das hat seinen Reiz, wenn das Kloster aus den Wolken auftaucht, kann aber auch bedeuten, dass du vom Tal aus nichts siehst.

  • Mai und Juni: grünes Tal, angenehme Temperaturen, gelegentlich Regen.
  • Juli und August: wärmer, am meisten Betrieb, Ferienzeit in der Türkei.
  • September und Oktober: ruhiger, oft klare Tage, morgens kühl.
  • November bis April: kalt, Schnee möglich, kürzere Öffnungszeiten, Sperrungen wahrscheinlicher.

Nimm auch im Sommer eine Regenjacke und eine warme Schicht mit, auf 1.200 Metern ist es spürbar kühler als in Trabzon. Mehr zu den Jahreszeiten in den Regionen steht bei der Reisezeit für die Türkei.

Trabzon und die Umgebung

Trabzon ist eine lebhafte Hafenstadt mit eigenem Charakter. In der Altstadt liegen Basarstraßen und Moscheen, am Meer steht die Hagia Sophia aus dem 13. Jahrhundert, als die Stadt Hauptstadt des Kaiserreichs Trapezunt war. Die Kirche ist für ihre Fresken bekannt und wird heute als Moschee genutzt, achte also auf Gebetszeiten und Kleidung. In einer Villa aus dem frühen 19. Jahrhundert oberhalb der Stadt erinnert ein Museum an Atatürks Besuche in Trabzon.

Rund 99 Kilometer südöstlich liegt der Bergsee Uzungöl, entstanden durch einen Erdrutsch, der einen Bach aufstaute. Er ist bei Reisenden aus dem In- und Ausland sehr beliebt und im Sommer voll. Viele Touren verbinden Sumela und Uzungöl an einem Tag, was machbar, aber lang ist.

Lohnt sich die weite Anreise?

Sumela liegt am anderen Ende des Landes, von Istanbul rund 1.000 Kilometer Luftlinie. Für eine erste Türkei-Reise ist das ein Umweg, der sich nur lohnt, wenn du ohnehin an die Schwarzmeerküste willst. Wer Felsenkirchen sucht und weniger Zeit hat, findet in Kappadokien mit dem Freilichtmuseum von Göreme Vergleichbares in größerer Zahl. Was Sumela einzigartig macht, ist die Lage in der Wand. So etwas siehst du in der Türkei kein zweites Mal.

Gut passt das Kloster zu einer Reise entlang der Schwarzmeerküste, etwa mit Safranbolu im Westen, Teeplantagen um Rize im Osten und den Bergdörfern im Hinterland. Plane dafür mindestens eine Woche ein und rechne mit Regen.

Häufige Fragen

Was ist das Sumela-Manastırı genau?

Sumela Manastırı ist der türkische Name des Klosters, auf Deutsch meist Sumela-Kloster. Es war ein griechisch-orthodoxes Kloster, das der Gottesmutter geweiht war und laut der Vorschlagsliste der UNESCO ab dem Jahr 385 in eine Felswand gebaut wurde. Nach 1923 verließen die Mönche das Kloster. Heute ist es eine staatliche Besucherstätte des Kulturministeriums und steht auf der Vorschlagsliste für das Welterbe.

Gibt es außer Sumela noch ein bekanntes Kloster oder eine Kirche in Trabzon?

Ja, in der Stadt Trabzon selbst steht die Hagia Sophia aus dem 13. Jahrhundert, als Trabzon Hauptstadt des Kaiserreichs Trapezunt war. Sie ist für ihre Fresken bekannt und wird heute als Moschee genutzt. Daneben gibt es in der Provinz weitere Klosterruinen, die aber kaum erschlossen sind. Für Reisende ist Sumela das eindeutige Hauptziel.

Wie hoch liegt das Sumela-Kloster?

Das Kloster liegt auf rund 1.200 Metern über dem Meer, in einer fast senkrechten Felswand, mehrere Hundert Meter über dem Talboden des Altındere. Der letzte Weg vom Parkplatz zum Eingang ist steil und führt über Stufen. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte Zeit einplanen. Oben ist es deutlich kühler als an der Küste in Trabzon.

Kann man das Sumela-Kloster im Winter besuchen?

Grundsätzlich ja, die Stätte ist nicht nur im Sommer geöffnet. Im Winter liegt im Tal aber oft Schnee, Wege können vereist sein, und an manchen Tagen sperrt die Verwaltung den Zugang wegen Wetter oder Steinschlaggefahr. Die Öffnungszeiten sind im Winter kürzer. Prüf die aktuelle Lage kurz vor der Fahrt und plane einen Ausweichtag ein.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

UNESCO Tentative List: Sümela Monastery (The Monastery of Virgin Mary); Trabzon Ticaret ve Sanayi Odası: Tourism Destinations.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.