Die Ouzoud-Wasserfälle stürzen über rötliche Felswände in eine grün bewachsene Schlucht, darüber blauer Himmel mit Wolken.

Sehenswürdigkeit · Marokko

Ouzoud-Wasserfälle: Tagesausflug ab Marrakesch

Die Ouzoud-Wasserfälle stürzen in mehreren Stufen rund 110 Meter in eine Schlucht und gehören zu den höchsten Wasserfällen des Landes. Von Marrakesch fährst du gut zweieinhalb Stunden pro Strecke, vor Ort brauchst du zwei bis drei Stunden für den Rundweg hinunter zum Becken und auf der anderen Seite wieder hinauf. Am meisten Wasser führen sie im Frühjahr.

Aktueller Hinweis zu Ouzoud-Wasserfälle: Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in die Westsahara und in die Grenzregion zu Algerien ab. Für die übrigen Landesteile gelten die allgemeinen Sicherheitshinweise. Gültig seit 2. November 2026, geprüft am 6. November 2026. Vor der Buchung und vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.

Auf einen Blick

LageProvinz Azilal, rund 40 Minuten von der Stadt Azilal
Ab Marrakeschungefähr 150 km, gut 2,5 Stunden pro Strecke
Höherund 110 m in mehreren Stufen
Zeitbedarf vor Ort2 bis 3 Stunden für Rundweg und Pause
Beste ZeitMärz bis Mai, unter der Woche, vormittags
TiereBerberaffen, nicht füttern
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Nach zweieinhalb Stunden Fahrt durch Olivenhaine und rote Erde hörst du die Ouzoud-Wasserfälle, bevor du sie siehst. Der Fluss Ouzoud fällt hier über eine Felskante in mehreren Stufen rund 110 Meter tief in eine grüne Schlucht, und an guten Tagen hängt unten ein Schleier aus Gischt in der Luft. Für Marokko, wo Wasser oft knapp ist, sind solche Wasserfälle selten. Entsprechend beliebt sind sie bei Einheimischen, vor allem am Wochenende und in den Sommerferien.

Für einen Tagesausflug ab Marrakesch ist Ouzoud trotzdem eine Überlegung wert, denn der Weg ist lang. Lohnt sich das? Ja, wenn du Wasser, Grün und ein paar Stunden zu Fuß suchst und die lange Fahrt in Kauf nimmst. Wer nur einen halben Tag hat, fährt besser ins Ourika-Tal, das in einer Stunde erreichbar ist, aber deutlich kleinere Fälle hat. Wie Ausflüge wie dieser in eine Reise durch das Land passen, zeigt die Marokko-Zentrale.

Anfahrt: Tour, Mietwagen oder Grand Taxi

Die Fälle liegen in der Provinz Azilal am Rand des Mittleren und Hohen Atlas, laut marokkanischer Tourismusbehörde etwa 40 Minuten von der Stadt Azilal entfernt. Von Marrakesch sind es ungefähr 150 Kilometer nach Nordosten.

Anreise Fahrzeit pro Strecke Vor- und Nachteile
Gruppentour ab Marrakesch gut 2,5 bis 3 Stunden günstig, Abholung im Hotel, wenig Zeit vor Ort, festes Mittagessen
Privater Fahrer gut 2,5 Stunden flexibel, Halt unterwegs möglich, teurer
Mietwagen gut 2,5 Stunden frei in der Zeit, letzte Kilometer kurvig, Parkplatz gegen Gebühr
Bus und Grand Taxi 4 Stunden und mehr billig, aber mit Umsteigen in Azilal oder Beni Mellal, kaum als Tagesausflug machbar

Die meisten Besucher kommen mit einer Gruppentour aus Marrakesch. Das ist bequem, bedeutet aber meist Abfahrt gegen acht, zwei bis drei Stunden vor Ort und Rückkehr am frühen Abend. Achte bei der Buchung darauf, ob ein lokaler Führer für den Rundweg enthalten ist oder ob du allein gehen kannst. Wer selbst fährt, findet Hinweise zu Straßen und Polizeikontrollen unter Mietwagen in Marokko.

Die Wege: von oben ins Becken und auf der anderen Seite zurück

Oben an der Kante liegt das kleine Dorf mit Parkplätzen, Cafés und Ständen. Von dort hast du zwei Möglichkeiten.

Die meisten gehen den Rundweg. Er führt zuerst über Treppen und Pfade an der Oberkante entlang zu Aussichtspunkten, von denen du die Fälle von oben siehst. Dann geht es über viele Stufen hinab, vorbei an Terrassencafés, bis zum großen Becken unter dem Fall. Unten setzt du mit einem der bunt bemalten Flöße über oder gehst über einen Steg, und auf der gegenüberliegenden Seite steigst du wieder hinauf. Von dort hast du den besten Blick auf die ganze Breite der Fälle. Rechne mit zwei bis drei Stunden inklusive Pause.

Wer mehr laufen will, folgt dem Fluss unterhalb des Beckens ein Stück in die Schlucht des Oued El Abid. Der Pfad wird schmaler und ruhiger, nach einer Stunde bist du oft fast allein. Geh nur so weit, wie du sicher wieder zurückkommst, die Wege sind nicht markiert.

Gut zu wissen: Am Parkplatz bieten Männer an, dich als Führer durch die Wege zu bringen. Nötig ist das nicht, die Hauptwege sind leicht zu finden. Wenn du trotzdem jemanden mitnimmst, sprich den Preis vorher ab. Für die Bootsfahrt und für kleine Dienste ist ein Bakschisch üblich.

Berberaffen: Abstand statt Erdnüsse

An den Hängen um die Fälle leben Berberaffen, auch Magots genannt, die einzigen frei lebenden Makaken Afrikas. Sie sind an Menschen gewöhnt und kommen oft bis an die Wege. Die Art gilt als stark gefährdet, und internationale Handelsregeln schützen sie streng.

Viele Händler verkaufen Erdnüsse zum Füttern. Lass das. Das Futter von Besuchern macht die Tiere krank, sie verlieren die Scheu und werden aufdringlich. Gerade dort, wo oft gefüttert wird, greifen Affen nach Taschen und Wasserflaschen, und ein Biss kann eine Infektion bedeuten. Halte ein paar Meter Abstand, pack Essen und Plastiktüten weg und lass Kinder nicht mit den Tieren spielen. Fotos mit einem Affen auf der Schulter, die manche anbieten, solltest du ablehnen. Weitere Hinweise für Ausflüge mit Familie findest du unter Marokko mit Kindern.

Bootsfahrt, Baden und Essen am Fall

Im Becken unter dem Fall liegen Flöße mit Sitzbänken, die dich nah an die Gischt bringen. Das ist kurz, laut und nass, und für viele der Moment des Tages. Den Preis handelst du mit dem Bootsmann aus, er hängt nicht offiziell aus (Stand November 2026). Handy und Kamera packst du in eine Plastiktüte.

Gebadet wird in den Becken unterhalb des Hauptfalls vor allem im Sommer. Bewachte Badestellen gibt es keine, und direkt unter dem Fall ist die Strömung gefährlich. Wenn du ins Wasser gehst, dann in ruhigen Bereichen am Rand und mit Schuhen, denn die Steine sind rutschig.

Auf den Terrassen am Hang stehen viele einfache Restaurants mit Blick auf das Wasser. Dort gibt es fast überall Tajine, Salate und frisch gepressten Orangensaft. Die Preise liegen über denen in den Dörfern, aber meist im Rahmen. Frag vor dem Bestellen nach dem Preis, wenn keine Karte ausliegt.

Wann du fahren solltest und wann lieber nicht

Die meiste Wasserführung haben die Fälle meist von März bis Mai, nach dem Winterregen und der Schneeschmelze. Dann ist es auch angenehm warm, aber nicht heiß. Die marokkanische Tourismusbehörde empfiehlt für die Region März bis Mai und September bis November. Im Juli und August wird es auf der Anfahrt sehr heiß, und an den Fällen drängen sich Familien aus dem ganzen Land, vor allem an Wochenenden und Feiertagen.

Für einen ruhigeren Besuch fährst du unter der Woche und bist vor elf Uhr da. Nach langen trockenen Phasen kann der Fall deutlich schmaler sein als auf Fotos. Nach heftigem Regen dagegen wird das Wasser braun, und die Uferwege können rutschig oder gesperrt sein. Wie sich das Wetter übers Jahr verteilt, zeigt die Reisezeit für Marokko.

Ouzoud oder Ourika: was passt zu deinem Tag?

Beide Ziele werden in Marrakesch als Tagesausflug zu Wasserfällen verkauft, sie sind aber sehr unterschiedlich.

Ouzoud Ourika-Tal
Fahrzeit ab Marrakesch gut 2,5 Stunden pro Strecke etwa 1 Stunde
Wasserfälle rund 110 m, breit, vom Weg aus gut sichtbar kleinere Fälle über Felsstufen bei Setti Fatma
Weg vor Ort Treppen und Pfade, für die meisten machbar steiler Kletterpfad über Felsen
Tiere Berberaffen kaum
Passt für einen ganzen Tag mit Wasser und Spaziergang einen halben Tag in den Bergen

Mit kleinen Kindern oder wenig Kondition ist Ouzoud meist die bessere Wahl, weil der Weg zwar lang, aber nicht ausgesetzt ist. Wer Berge, Dörfer und eine kurze Kraxelei will und nicht so lange im Auto sitzen möchte, ist im Ourika-Tal richtig.

So läuft ein typischer Tag ab

Gegen acht Uhr fährst du in Marrakesch los, nach einer Kaffeepause unterwegs bist du gegen elf an den Fällen. Zuerst gehst du die Aussichtspunkte an der Oberkante ab, solange das Licht von der Seite kommt. Gegen Mittag steigst du hinab zum Becken, machst die Bootsfahrt und isst auf einer der Terrassen. Am frühen Nachmittag geht es auf der anderen Seite hinauf, um drei oder vier startest du die Rückfahrt. Wer selbst fährt, sollte vor der Dunkelheit wieder in der Ebene sein, denn die Bergstraße ist schmal und nachts schlecht zu sehen.

Mehr Zeit in der Region: Bin El Ouidane und Imi N’Ifri

Wer nicht am selben Tag zurück will, macht aus Ouzoud zwei Tage. Laut Tourismusbehörde liegt der Stausee Bin El Ouidane mit seinem tiefblauen Wasser etwa 30 Minuten von Azilal, und bei Demnate gibt es mit Imi N’Ifri eine natürliche Felsbrücke über einer Schlucht. Weiter im Süden beginnt das Tal der Aït Bouguemez, ein Ausgangspunkt für Wanderungen am Massiv des M’Goun. Mit einer Übernachtung an den Fällen siehst du Ouzoud außerdem am Morgen, bevor die ersten Busse aus Marrakesch kommen. Das ist der eigentliche Vorteil.

Häufige Fragen

Wie lange fährt man von Marrakesch zu den Ouzoud-Wasserfällen?

Für die rund 150 Kilometer rechnest du mit gut zweieinhalb Stunden pro Richtung, mit Pause eher drei. Die Strecke führt durch die Ebene nach Nordosten und am Ende auf einer kurvigen Bergstraße zu den Fällen. Hin und zurück sitzt du also fünf bis sechs Stunden im Auto. Wer früh um acht losfährt, ist gegen elf da und am frühen Abend zurück in der Stadt.

Darf man die Affen an den Ouzoud-Wasserfällen füttern?

Nein, und es schadet den Tieren. Die Berberaffen an den Fällen sind wild lebende Makaken einer stark gefährdeten Art. Erdnüsse, Chips und Brot von Besuchern machen sie krank und abhängig, und Tiere, die Futter erwarten, greifen schneller nach Taschen oder beißen. Halte ein paar Meter Abstand, pack Essen weg und lass dich nicht auf Fotos mit Affen auf der Schulter ein.

Kann man an den Ouzoud-Wasserfällen baden?

Im Becken unterhalb der Fälle und in den Flussbecken weiter unten baden im Sommer viele Einheimische. Offiziell bewachte Badestellen gibt es nicht. Das Wasser ist kalt, der Grund felsig und rutschig, und direkt unter dem Fall ist die Strömung stark. Wenn du ins Wasser willst, dann nur in ruhigen Becken am Rand, mit Badeschuhen und nicht nach starkem Regen.

Wann führen die Ouzoud-Wasserfälle am meisten Wasser?

Nach den Regenfällen des Winters und der Schneeschmelze im Atlas, also meist von März bis Mai. Dann sind die Fälle breit, laut und die Gischt reicht weit. Im Spätsommer und nach trockenen Jahren fließt deutlich weniger, die Fälle sind dann schmaler, aber immer noch sehenswert. Nach heftigen Gewittern wird das Wasser braun und die Wege am Ufer können gesperrt sein.

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Begriffe und Übersicht

Quellen und offizielle Informationen

Visit Morocco (ONMT): Azilal mit Ouzoud, Bin El Ouidane und Imi N’Ifri.

Veröffentlicht am , zuletzt geprüft am . Preise, Zeiten und Einreiseregeln entsprechen dem Stand November 2026 und können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der genannten offiziellen Stellen.