Auf dieser Seite
Die meisten Oman Sehenswürdigkeiten sind keine Gebäude, sondern Landschaften: Schluchten, Wadis, Dünen und Dörfer, die an Felswände geklebt sind. Dazu kommen Forts aus dem 17. Jahrhundert, eine der größten Moscheen der Region und Strände, an denen nachts Schildkröten ihre Eier ablegen. Unser Ranking sortiert die schönsten Ziele im Land danach, wie stark der Eindruck ist und wie viel Aufwand du dafür treiben musst. Es ist eine Auswahl, keine vollständige Liste. Einzelheiten zu Anfahrt, Regeln und Zeiten stehen jeweils auf den verlinkten Seiten, die große Übersicht zum Land im Oman Urlaub im Überblick.
Das Ranking auf einen Blick
| Platz | Ziel | Region | Zeitbedarf | Lohnt sich besonders für |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Jebel Shams | Hajar-Berge | halber bis ganzer Tag | Wanderer, Fotografen |
| 2 | Wadi Shab | Ostküste | 3 bis 4 Stunden | Schwimmer, Aktive |
| 3 | Sultan-Qaboos-Moschee | Muscat | 1 bis 1,5 Stunden | alle |
| 4 | Nizwa Fort und Souk | Landesinneres | halber Tag | Geschichte, Märkte |
| 5 | Wahiba Sands | Wüste | eine Nacht | Wüste, Sternenhimmel |
| 6 | Misfat al Abriyeen | Hajar-Berge | 1,5 Stunden | Dörfer, Fotografen |
| 7 | Jebel Akhdar | Hajar-Berge | ganzer Tag | kühle Luft, Terrassen |
| 8 | Mutrah Souk und Corniche | Muscat | 2 bis 3 Stunden | Abendbummel |
| 9 | Wadi Bani Khalid | Landesinneres | 2 bis 3 Stunden | Baden, Familien |
| 10 | Bahla und Jabrin | Landesinneres | halber Tag | Burgen, Architektur |
| 11 | Ras al Jinz | Ostküste | Abend oder früher Morgen | Natur |
| 12 | Salalah | Süden | 3 bis 5 Tage | Khareef, Strand |
Die Zeitangaben gelten vor Ort, ohne Anfahrt. Plätze 1 bis 6 schaffst du in einer Woche, für alle zwölf brauchst du zwei Wochen und einen Inlandsflug.
Berge und Dörfer: Jebel Shams, Misfat und Jebel Akhdar
Platz eins geht an den Jebel Shams, mit rund 3.000 Metern der höchste Berg des Landes. Spektakulär ist nicht der Gipfel, der für Besucher nicht zugänglich ist, sondern die Schlucht darunter. Auf dem Balcony Walk läufst du an ihrer Kante entlang bis zu einem verlassenen Dorf unter einem Felsüberhang, hin und zurück etwa drei bis vier Stunden. Der Weg ist ungesichert, an manchen Stellen geht es direkt hunderte Meter nach unten. Starte früh, im Winter kann es oben morgens nahe null Grad haben.
Auf Platz sechs steht Misfat al Abriyeen. Das Lehmdorf klebt an einem Hang, unten Dattelpalmen und Bananenstauden, dazwischen der Falaj, ein offener Wasserkanal. Die Bewässerungssysteme der Aflaj gehören seit 2006 zum UNESCO-Welterbe. Misfat ist bewohnt, also leise sein, nicht in Häuser fotografieren und auf den markierten Wegen bleiben. Für einen Rundgang reichen anderthalb Stunden.
Der Jebel Akhdar folgt auf Platz sieben. Auf dem Saiq-Plateau in rund 2.000 Metern Höhe ist es im Sommer angenehm kühl, im Frühjahr blühen die Rosen auf den Terrassen. Die Auffahrt ist steil, am Kontrollposten unterhalb der Straße entscheidet die Polizei, wer hinauf darf. Mehr dazu steht beim Mietwagen. Lohnend ist vor allem der Weg zwischen den Dörfern über die Terrassen.
Wasser: Wadi Shab, Wadi Bani Khalid und die Küste
Wadi Shab auf Platz zwei ist das Bild, das viele vom Oman haben: grünes Wasser zwischen hohen Felswänden. Ein kleines Boot bringt dich über den ersten Wasserlauf, danach wanderst du etwa eine Stunde bis zu den Pools. Ganz hinten schwimmst du durch einen schmalen Spalt in eine Höhle mit einem Wasserfall. Das Auswärtige Amt nennt Wege wie diesen ausdrücklich als ungesichert. Geh nur bei trockenem Wetter, mit festen Schuhen und nicht in der Mittagshitze. Am Wochenende, also Freitag und Samstag, ist es sehr voll.
Wadi Bani Khalid liegt auf Platz neun. Das Wasser ist leichter zu erreichen, vom Parkplatz läufst du nur ein paar Minuten zu den Pools. Deshalb ist es gut mit Kindern und kombiniert sich mit der Wüste. Baden gehst du hier in T-Shirt und knielanger Hose, Bikini ist in den Wadis unpassend.
Auf Platz elf steht Ras al Jinz. Am östlichsten Punkt der Arabischen Halbinsel kommen Grüne Meeresschildkröten zur Eiablage an den Strand. Zu sehen sind sie nur bei geführten Touren am Abend oder frühen Morgen, ohne Blitz und ohne Taschenlampe. Ob du Tiere siehst, hängt von Saison und Glück ab. In der Nähe liegt Sur mit seiner Dhau-Werft, ein guter Übernachtungsort für Wadis und Schildkröten.
Ein Abstecher, kein Ziel für sich: das Bimmah Sinkhole an der Küstenstraße, ein Einsturzloch mit türkisem Wasser in einem Park. Schön für einen kurzen Stopp, aber klein und am Wochenende voll. Wer mehr unter Wasser sehen will, fährt ab Muscat mit dem Boot zu den Daymaniyat-Inseln.
Muscat: Moschee, Souk und Oper
Die Große Sultan-Qaboos-Moschee ist Platz drei und für die meisten das stärkste Gebäude im Land. Im Hauptgebetsraum liegt einer der größten handgeknüpften Perserteppiche der Welt, unter einer Kuppel von rund 50 Metern Höhe. Nichtmuslime dürfen laut Tourismusministerium samstags bis donnerstags von 8 bis 11 Uhr hinein (Stand November 2026). Schultern und Knie müssen bedeckt sein, Frauen tragen ein Kopftuch, Abayas gibt es am Eingang. Komm früh, damit du nicht in der letzten halben Stunde durchgeschleust wirst.
Auf Platz acht folgen der Mutrah Souk und die Corniche. Der Souk ist am Abend am lebendigsten, über Mittag schließen viele Läden. Hier riechst du Weihrauch, siehst Silberschmuck und Stoffe. Was du über Preise und Handeln im Souk wissen solltest, steht auf der Einzelseite. Die Royal Opera House Muscat gehört nicht in die Spitze, aber eine Führung zeigt omanisches Kunsthandwerk im großen Stil. Die ganze Stadt mit Vierteln und Zeitbedarf erklärt der Muscat Reiseführer.
Forts und Wüste: Nizwa, Bahla, Jabrin und Wahiba
Nizwa auf Platz vier war lange eine der wichtigsten Städte des Landesinneren. Das Fort mit seinem gewaltigen Rundturm stammt aus dem 17. Jahrhundert, der Souk daneben ist restauriert. Freitags früh werden auf dem Viehmarkt Ziegen und Rinder gehandelt, ein Spektakel, das früh am Morgen beginnt und gegen 9 Uhr meist vorbei ist. Nizwa ist auch die beste Basis für die Berge.
Auf Platz zehn stehen Bahla und Jabrin. Das Lehmfort von Bahla ist seit 1987 UNESCO-Welterbe und von außen eindrucksvoller als innen. Die Burg Jabrin ein paar Kilometer weiter ist kleiner, aber mit bemalten Holzdecken und verwinkelten Räumen die schönere Besichtigung. Beides schaffst du als halben Tag ab Nizwa.
Die Wahiba Sands auf Platz fünf sind ein Dünenmeer im Osten. Du fährst mit dem Allradwagen oder lässt dich vom Camp am Rand der Wüste abholen. Der Reiz liegt im Abend: Sonnenuntergang auf der Düne, Essen im Camp, ein Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung. Eine Nacht reicht.
Der Süden, der Norden und was sonst noch zählt
Salalah auf Platz zwölf ist eigentlich ein eigener Urlaub. Im Khareef von etwa Ende Juni bis Ende September sind die Hügel grün und neblig, im Winter lockt das warme Meer. Dazu kommen die Stätten des Weihrauchhandels, seit 2000 UNESCO-Welterbe, darunter die Ausgrabungen von Al Baleed und die Weihrauchbäume im Wadi Dawkah.
Musandam mit seinen Fjorden gehört eigentlich in jedes Ranking. Das Auswärtige Amt rät aber mit Stand 6. November 2026 von Reisen in die Exklave ab, ebenso in die Grenzregion zum Jemen westlich von Salalah. Wir führen Musandam deshalb nicht in der Liste.
Fürs Gesamtbild: Der Oman hat fünf Welterbestätten. Neben Bahla, den Aflaj und dem Land des Weihrauchs sind das die Grabtürme von Bat, Al-Khutm und Al-Ayn im Landesinneren und die alte Hafenstadt Qalhat bei Sur mit dem Mausoleum Bibi Maryam. Bat und Qalhat sind eher etwas für Archäologie-Interessierte, für die meisten reicht ein kurzer Stopp.
Unser Rat: Plane nicht nach Ranking, sondern nach Regionen. Jebel Shams, Misfat, Nizwa und Bahla liegen nah beieinander, ebenso Wadi Shab, Sur und Ras al Jinz. Mit zwei Standorten im Inland und an der Küste sparst du Stunden im Auto.
Wie sich das zu einer Route verbinden lässt, zeigen die Oman Rundreise für zehn bis vierzehn Tage und die kürzere Variante eine Woche ab Muscat. Für Wadis und Berge lohnt außerdem ein Blick auf die Reisezeit im Oman, denn im Sommer ist vieles davon nur am frühen Morgen sinnvoll.
Häufige Fragen
Was kann man im Oman alles machen?
Mehr, als viele denken: in Bergen wandern, in Wadis schwimmen, Forts und Lehmdörfer besichtigen, in der Wüste übernachten, Schildkröten bei der Eiablage beobachten, schnorcheln und an langen, leeren Stränden liegen. Einkaufen und Nachtleben spielen dagegen eine kleine Rolle. Wer vor allem Malls und Bars sucht, ist in Dubai besser aufgehoben.
Ist Muscat oder Salalah besser?
Für eine erste Reise im Winter ist Muscat die bessere Wahl, weil Berge, Wüste und Wadis von dort in wenigen Stunden erreichbar sind. Salalah liegt rund 1.000 Kilometer südlich und ist ein eigenes Ziel: im Sommer grün und kühl durch den Khareef, im Winter ein ruhiger Strandort mit Weihrauchstätten. Beides zu kombinieren geht am besten mit einem Inlandsflug.
Ist Muscat eine schöne Stadt?
Schön auf eine ruhige Art. Es gibt keine Skyline, sondern weiße, niedrige Häuser zwischen dunklen Bergen und dem Meer. Stark sind die Große Moschee am Vormittag, der Souk und die Corniche von Mutrah am Abend und die Buchten im Süden der Stadt. Zwei Tage reichen den meisten, als Ausgangspunkt für Ausflüge ist Muscat aber ideal.
Welche Sehenswürdigkeiten im Oman kann man sich sparen?
Wenn die Zeit knapp ist, kannst du Malls und neue Prestigebauten in Muscat weglassen, sie unterscheiden sich wenig von denen am Golf. Auch das Bimmah Sinkhole ist schön, aber klein und oft voll, es lohnt sich nur, wenn du ohnehin vorbeifährst. Und wer schon Wadi Shab gesehen hat, braucht nicht unbedingt jedes weitere Wadi an der Küste.




