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Im Juli liegt fast die ganze Arabische Halbinsel unter Hitze. Ein Landstrich im Süden des Oman sieht dann aus wie ein Mittelgebirge im Herbst: Nebel, Nieselregen, grüne Hügel, Kühe auf nassen Wiesen. Diese Jahreszeit heißt Khareef. Wer die Bedeutung kennt, kann besser verstehen, warum Salalah im Sommer voll ist und im Winter ganz anders wirkt. Diese Erklärung für Reisende gehört zum Orient-Glossar.
Was Khareef bedeutet
Khareef ist die Monsunzeit in Dhofar, der südlichsten Region des Oman mit der Hauptstadt Salalah. Im Sommer drückt der Südwestmonsun feuchte Luft vom Indischen Ozean gegen die Küstenberge. Die Luft kühlt ab, es bilden sich tiefe Wolken und Nebel, und aus ihnen fällt feiner Niesel. Kräftige Schauer sind selten, entscheidend ist die Dauer: Über Wochen bleibt es feucht.
Das Wort wird auch Kharif geschrieben und klingt etwa wie „cha-RIIF“, mit einem rauen „ch“ am Anfang. Im allgemeinen Arabisch steht es für eine Jahreszeit, im Oman meint man damit fast immer diese Monsunzeit im Süden.
Wann der Khareef ist
Die Stadtverwaltung von Dhofar legt die offizielle Saison mit Festivals und Veranstaltungen jedes Jahr ungefähr vom 21. Juni bis 20. September fest. Das Wetter hält sich nicht immer an diese Daten. Oft beginnt der Nebel Ende Juni, am grünsten sind die Hügel im August, und im September lässt der Monsun nach.
| Khareef (ungefähr Ende Juni bis September) | Winter (Oktober bis April) | |
|---|---|---|
| Wetter | Nebel, Nieselregen, um 25 Grad | sonnig, trocken, warm |
| Landschaft | grüne Hügel, Wasserfälle | braun, trocken |
| Meer | rau, Baden meist nicht möglich | ruhig, gute Badezeit |
| Besucher | sehr viele aus den Golfstaaten | wenige, eher Europäer |
| Preise | hoch | moderat |
Wie sich die Monate im ganzen Land unterscheiden, zeigt die beste Reisezeit für den Oman.
Was du im Khareef erlebst
Die Ziele liegen vor allem in den Bergen hinter Salalah. Im Wadi Darbat fällt nach Regen ein Wasserfall über eine Felskante, auf den Hochebenen grasen Kamele und Rinder im Nebel. Viele Familien aus den Golfstaaten fahren an den Wochenenden hinauf, picknicken im Gras und genießen einfach die Kühle. Laut nationaler Statistik kamen in der Saison 2024 rund eine Million Besucher in die Region.
Weihrauchstätten wie Al Baleed und Khor Rori lassen sich auch im Khareef besuchen, und der Souk von Salalah ist abends gut besucht. Aussichtspunkte wie der Jebel Samhan stecken dagegen oft im Nebel. Plane deshalb immer eine Alternative ein, etwa einen Besuch im Museum oder einen Abstecher an die Küste nach Taqah oder Mirbat, wo es manchmal heller ist als oben in den Bergen. Mehr zu den Weihrauchstätten steht bei Weihrauch.
Typischer Fehler: Für den Khareef einen Strandurlaub buchen. Das Meer ist dann rau, an vielen Stränden ist Baden gefährlich. Für Sonne und Wasser fährst du im Winter nach Salalah.
Anreise und Unterwegssein im Monsun
Von Muscat fliegst du in ungefähr anderthalb Stunden nach Salalah. Mit dem Auto ist es eine Tagesetappe von rund 1.000 Kilometern durch die heiße Wüste, im Sommer eine anstrengende Fahrt. Vor Ort ist ein Mietwagen praktisch, für die Hauptziele im Khareef brauchst du keinen Allrad. Fahr in den Bergen langsam: Nebel, nasse Straßen und Kamele auf der Fahrbahn sind die eigentlichen Gefahren. Licht an, Abstand halten und nachts möglichst nicht in die Hügel, dann bleibt der Ausflug entspannt.
Abgrenzung
Der Khareef ist kein tropischer Monsun mit Sturzregen, wie man ihn aus Indien kennt. In Dhofar überwiegen Nebel und Niesel. Er ist auch keine Regenzeit für den ganzen Oman: Muscat, Nizwa und die Wüste im Norden bleiben im Sommer heiß und trocken, oft mit über 40 Grad. Und er ist nicht mit dem Winterregen zu verwechseln, der im Norden des Landes gelegentlich Wadis füllt. Was ein Wadi ist und warum es nach Regen gefährlich wird, erklärt eine eigene Seite.
Was Reisende davon haben
Der Begriff hilft bei der wichtigsten Entscheidung für Salalah: Sommer oder Winter. Es sind zwei verschiedene Reisen am selben Ort. Im Khareef bekommst du grüne Landschaft und milde Luft, im Winter Strand und Sonne. Für Familien mit Schulferien im Sommer ist der Khareef eine der wenigen Möglichkeiten, Arabien ohne extreme Hitze zu erleben.
Wer im Khareef reist, sollte früh planen. Flüge von Muscat nach Salalah und Hotels sind in dieser Zeit stark gefragt und teuer. Mehr zu Lagen und Preisen steht bei den Hotels im Oman.
Nimm eine leichte Regenjacke, Schuhe mit gutem Profil und etwas Geduld für den Verkehr in den Bergen mit. Dann ist der Khareef eine Reise, die dir in Arabien niemand zugetraut hätte.
Häufige Fragen
Regnet es im Khareef in Salalah den ganzen Tag?
Selten kräftig, aber oft lange. Meist liegt tagelang Nebel über den Bergen, und es nieselt immer wieder. An der Küste ist es manchmal heller als oben in den Hügeln. Eine leichte Regenjacke und Schuhe, die nass werden dürfen, reichen in der Regel. Plane Ausflüge flexibel, weil die Sicht in den Bergen schnell auf wenige Meter sinken kann.
Lohnt sich der Khareef für Reisende aus Deutschland?
Für einen Teil schon. Wer im Juli oder August Urlaub hat und Arabien ohne 40 Grad sehen will, findet in Salalah grüne Landschaft, Wasserfälle und milde Temperaturen. Wer Strand und Sonne sucht, ist im Winter besser aufgehoben. Rechne im Khareef mit vollen Hotels, höheren Preisen und Verkehr in den Bergen, vor allem an Wochenenden und Feiertagen.
Kann man während des Khareef in Salalah im Meer schwimmen?
In der Regel nicht. Der Monsun bringt hohe Wellen und starke Strömungen an die Küste von Dhofar, an vielen Stränden ist Baden dann gefährlich und teils verboten. Halte dich an Warnschilder und rote Flaggen und geh auch nicht zu nah an die Felskanten bei Mughsail. Zum Baden ist Salalah von Oktober bis April das richtige Ziel.



