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Von außen siehst du von der Basilika-Zisterne nur ein kleines Gebäude an einer Straßenecke gegenüber der Hagia Sophia. Dahinter führen Treppen hinab in einen Wald aus Säulen, der über Wasser zu schweben scheint. Die Basilika-Zisterne in Istanbul ist einer der wenigen Orte der Altstadt, an denen es auch im Sommer kühl ist, und einer der beliebtesten. Damit der Besuch nicht zur Warteschlange mit kurzem Rundgang wird, hilft es, Tages- und Abendtickets zu unterscheiden und die richtige Uhrzeit zu wählen. Beides steht hier, dazu, was du unten siehst und was hinter Namen und Medusenköpfen steckt.
Öffnungszeiten, Preise und Tickets
| Ticket | Zeit | Preis (Stand November 2026) |
|---|---|---|
| Tagesticket | 9 bis 18:30 Uhr | 900 Lira |
| Abendticket | 19:30 bis 23:50 Uhr | 1400 Lira |
| Kinder unter 7 Jahren | ganztägig | frei |
Die Zisterne ist täglich geöffnet, zwischen Tages- und Abendbetrieb liegt eine Pause von einer Stunde. Laut Betreiber ist sie außerdem für türkische Staatsbürger ab 65 Jahren frei. Das Abendticket enthält den Besuch im Digital Experience Museum innerhalb einer Woche nach dem Kauf.
Tickets gibt es an den Kassen der Zisterne und online über Passo. Die Verwaltung schreibt ausdrücklich, dass sie für Karten aus anderen Quellen nicht verantwortlich ist und beschädigte oder veränderte Tickets nicht gelten. Weil die Preise in Lira mehrmals im Jahr angepasst werden, prüf sie kurz vor dem Besuch auf der offiziellen Seite.
Die Basilika-Zisterne gehört nicht zum Kulturministerium. Betrieben wird sie von Kültür AŞ, der Kulturgesellschaft der Stadtverwaltung Istanbul. Deshalb gilt hier weder der Museum Pass İstanbul noch die türkische Museumskarte.
Tag oder Abend: welches Ticket passt?
Die besten Uhrzeiten hängen davon ab, was dir wichtiger ist: wenig Wartezeit oder Stimmung. Tagsüber ist die Zisterne am vollsten zwischen etwa 10:30 und 16 Uhr, wenn die Gruppen aus der Hagia Sophia und der Blauen Moschee herüberkommen. Die Schlange reicht dann oft weit die Straße hinunter, im Sommer in der prallen Sonne. Direkt zur Öffnung um 9 Uhr kommst du dagegen häufig ohne längere Wartezeit hinein.
Das Abendticket kostet mehr, ist aber für viele die bessere Wahl. Die Beleuchtung wirkt im Dunkeln stärker, es ist oft ruhiger, und an manchen Abenden gibt es Konzerte, Lesungen oder Programme wie die Reihe „Night Shift“ mit Gästen aus Musik und Kultur. Wenn du tagsüber die großen Sehenswürdigkeiten abarbeitest, ist der Abend in der Zisterne ein ruhiger Abschluss nach dem Essen.
Unser Rat: Wer früh aufsteht, nimmt das Tagesticket um 9 Uhr und geht danach in die Hagia Sophia. Wer abends noch Energie hat, nimmt das Abendticket und hat den Vormittag frei für Topkapı. Der Mittag ist in beiden Fällen die schlechteste Zeit.
Was du unten siehst
Nach der Treppe stehst du auf erhöhten Stegen über dem Wasser. Um dich herum stehen 336 Säulen, jede etwa neun Meter hoch, in zwölf Reihen zu je 28 Säulen. Die Halle ist ungefähr 140 Meter lang und 70 Meter breit, rund 10.000 Quadratmeter. Laut Betreiber fasste sie bis zu 80.000 Tonnen Wasser. Heute steht nur noch eine flache Wasserschicht am Boden, in der sich Säulen und Licht spiegeln.
Die Säulen sind nicht alle gleich. Viele Kapitelle und Schäfte wurden aus älteren Bauten wiederverwendet, du siehst verschiedene Stile nebeneinander. Eine Säule ist mit einem Muster aus Augen oder Tränentropfen überzogen und wird oft Tränensäule genannt. Im hinteren Teil liegen die beiden Medusenköpfe als Säulenbasen, einer auf der Seite, der andere auf dem Kopf. Warum man sie so verbaut hat, ist nicht geklärt. Manche sehen darin Schutz gegen die Kraft der Medusa, andere schlicht praktische Gründe, weil die Blöcke so als Sockel passten. Beides bleibt eine Deutung.
Unten ist es kühl, feucht und dämmrig. Die Stege können nass und rutschig sein, feste Schuhe sind besser als Sandalen. Mit Kinderwagen wird es wegen der Treppen schwierig. In der Zisterne werden regelmäßig Kunstinstallationen und Ausstellungen gezeigt, die das Bild verändern können.
Lohnt sich die Zisterne?
Ja, für die meisten Erstbesucher. Sie ist einer der wenigen Orte, an denen du byzantinische Technik in voller Größe erlebst, und der Raum wirkt auch auf Menschen, die mit Geschichte wenig anfangen können. Der Rundgang ist kurz, gut zu Fuß zu schaffen und bei jedem Wetter möglich. Damit ist die Zisterne auch die beste Ausweichmöglichkeit, wenn es in der Altstadt regnet oder die Mittagshitze drückt.
Weniger lohnend ist sie, wenn du ein enges Budget hast und den Preis mit dem Rundgang vergleichst. Für eine halbe bis Dreiviertelstunde ist das Ticket nicht billig, vor allem am Abend. Wer sich für Wasserbauten interessiert, aber Geld sparen möchte, findet in Istanbul kleinere Zisternen, die deutlich weniger besucht sind. Und wer Platzangst hat oder dunkle, feuchte Räume nicht mag, sollte wissen, dass es unten dämmrig ist und tagsüber eng auf den Stegen wird.
Mit Kindern funktioniert der Besuch gut: Die Säulen im Wasser, die Medusenköpfe und die gespenstische Beleuchtung beeindrucken auch Grundschulkinder. Halte kleine Kinder an der Hand, die Geländer sind nicht überall hoch.
Typischer Fehler: Tickets bei Verkäufern auf der Straße oder bei unbekannten Websites kaufen, die mit „ohne Anstehen“ werben. Die Zisterne verkauft selbst nur an der Kasse und über Passo, und am Eingang stehen am Ende alle in derselben Schlange.
Ein wenig Geschichte
Gebaut wurde die Zisterne unter dem oströmischen Kaiser Justinian I., der von 527 bis 565 regierte, also in derselben Zeit wie die Hagia Sophia. Sie speicherte Wasser für die Paläste und Bauten auf dem ersten Hügel der Stadt, später auch für den Topkapı-Palast. Ihren Namen Basilika-Zisterne hat sie, weil sie unter dem Platz einer großen Säulenhalle lag, der Stoa Basilika. Der türkische Name Yerebatan Sarnıcı bedeutet ungefähr „versunkene Zisterne“, im Volksmund wird auch vom versunkenen Palast gesprochen, weil die Säulen wie aus dem Wasser aufsteigen.
Restauriert wurde die Zisterne unter anderem unter Sultan Ahmed III. und Sultan Abdülhamid II. Zwischen 1985 und 1987 legte die Stadtverwaltung bei einer großen Restaurierung die Medusenköpfe frei, danach öffnete die Zisterne als Museum. Nach der bisher umfassendsten Restaurierung ist sie seit dem 22. Juli 2022 wieder für Besucher zugänglich. Die UNESCO zählt die monumentalen Zisternen zu den Bauten, die den Wert der Historischen Bereiche von Istanbul ausmachen.
Bekannt ist die Zisterne auch aus Filmen. Im James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ von 1963 spielt eine Szene hier unten, im Film „Inferno“ von 2016 das Finale. Für „Inferno“ wurde nach Angaben des Betreibers allerdings ein Nachbau in Budapest gedreht.
Zisterne in den Tag einbauen
Die Zisterne liegt mitten in Sultanahmet. Die Hagia Sophia steht direkt gegenüber, die Blaue Moschee ist fünf Gehminuten entfernt, der Eingang zum Topkapı-Palast etwa zehn. Wenn du nach dem Rundgang die Treppe wieder hinaufsteigst, siehst du über der Straße als Erstes die Kuppel und ein Minarett der Hagia Sophia.
Ein guter Vormittag in der Altstadt beginnt um 9 Uhr in der Zisterne, geht weiter zur Hagia Sophia und endet nach dem Mittagsgebet in der Blauen Moschee. An heißen Sommertagen kannst du die Zisterne auch gezielt in die Mittagszeit legen, um der Sonne auszuweichen, musst dann aber mit der längsten Schlange rechnen. Istanbul hat weitere byzantinische Zisternen, die deutlich weniger besucht werden. Sie sind kleiner, aber ein ruhiger Gegenpol, wenn dir hier der Andrang zu groß ist.
Mit der Straßenbahn T1 erreichst du die Haltestelle Sultanahmet aus Eminönü, Karaköy und Kabataş in wenigen Minuten, wie Istanbulkart und Linien funktionieren, erklärt die Seite Istanbulkart und Nahverkehr. Einen Tagesplan mit Zisterne, Hagia Sophia und Pausen findest du bei Istanbul in drei Tagen. Welche Orte sich sonst lohnen, mit Zeitbedarf und Eintritt, steht bei den Istanbul Sehenswürdigkeiten. Viertel, Verkehr und Planung erklärt der Istanbul Reiseführer.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Eintrittspreise für die Basilika-Zisterne?
Laut offizieller Seite kostet das Tagesticket für die Zeit von 9 bis 18:30 Uhr 900 Lira, das Abendticket für 19:30 bis 23:50 Uhr 1400 Lira (Stand November 2026). Kinder unter sieben Jahren sind frei. Kauf die Tickets nur an der Kasse vor Ort oder online über Passo, dem Ticketsystem, das die Zisterne selbst nennt. Für Karten aus anderen Quellen übernimmt die Verwaltung keine Verantwortung.
Welche Filme wurden in der Zisterne in Istanbul gedreht?
Die bekanntesten sind der James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ von 1963 und die Dan-Brown-Verfilmung „Inferno“ von 2016, in der das Finale in der Zisterne spielt. Für „Inferno“ wurde laut Betreiber allerdings ein Nachbau der Zisterne in Budapest errichtet und dort gedreht. Seit dem Film kommen deutlich mehr Besucher wegen der Medusenköpfe.
Lohnt sich das Abendticket?
Für viele ja. Abends ist die Zisterne stimmungsvoller beleuchtet, oft ruhiger als am Mittag, und gelegentlich gibt es Konzerte oder besondere Programme. Das Abendticket enthält außerdem den Besuch im Digital Experience Museum innerhalb einer Woche. Wer nur die Säulen und Medusenköpfe sehen will und früh aufsteht, spart mit dem Tagesticket um 9 Uhr Geld und Wartezeit.
Gilt der Museum Pass für die Basilika-Zisterne?
Nein. Die Zisterne gehört nicht zum Kulturministerium, sondern wird von der Kulturgesellschaft der Stadtverwaltung Istanbul betrieben. Der Museum Pass İstanbul gilt aber nur für Museen des Ministeriums. Du kaufst also ein eigenes Ticket. Dafür bekommst du Einlass ohne festes Zeitfenster innerhalb der Tages- oder Abendzeit.




